Wer eine Fernreise plant, etwa nach Südamerika oder Südostasien, sollte sich idealerweise sechs bis acht Wochen vor Abflug um den Impfschutz kümmern. Manche Impfungen brauchen nämlich mehrere Dosen im Abstand von Wochen, bevor sie wirken. Wer erst kurz vor der Abreise an das Thema denkt, hat für bestimmte Schutzimpfungen schlicht nicht mehr genug Zeit.
Warum der frühe Termin so wichtig ist
Ein Impfschutz baut sich nicht über Nacht auf. Nach der Injektion braucht der Körper Zeit, um Antikörper zu bilden. Bei einigen Impfungen sind zudem zwei oder drei Termine nötig, die nicht beliebig dicht aufeinanderfolgen dürfen. Wer das Schema nicht vollständig abschließt, reist mit einem unvollständigen Schutz ab.
Außerdem ist nicht jedes Vakzin in jeder Praxis vorrätig. Manchmal muss ein Impfstoff erst bestellt werden, was die Vorlaufzeit weiter verlängert. Ein früher Beratungstermin verschafft Ihnen also Spielraum, falls etwas nachbestellt oder ein Folgetermin eingeplant werden muss.
Gelbfieber: Ohne Nachweis kommen Sie teils nicht ins Land
Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch Mückenstiche übertragen wird und in Teilen Afrikas und Südamerikas vorkommt. Sie kann schwer verlaufen, weshalb viele betroffene Länder bei der Einreise einen Impfnachweis im internationalen Impfpass verlangen. Das gilt teilweise auch dann, wenn Sie nur über ein Gelbfiebergebiet einreisen oder dort umsteigen.
Dabei gilt eine Besonderheit, denn eine gelbfieber impfung darf nur von autorisierten Gelbfieber-Impfstellen durchgeführt werden, nicht von jeder Hausarztpraxis. Außerdem wird der Nachweis in der Regel erst zehn Tage nach der Impfung gültig. Wer also kurz vor Abflug noch keinen Termin hat, riskiert, am Flughafen oder an der Grenze abgewiesen zu werden. Welche Länder den Nachweis aktuell verlangen, können Sie beim Auswärtigen Amt oder beim Robert Koch-Institut nachlesen.
Tollwut: das unterschätzte Risiko bei längeren Reisen
Tollwut wird durch Bisse oder Kratzer infizierter Tiere übertragen, häufig durch streunende Hunde. Bricht die Krankheit einmal aus, verläuft sie praktisch immer tödlich. Nach einem Biss sollte die Behandlung deshalb so schnell wie möglich beginnen, doch gerade in abgelegenen Regionen ist sie nicht überall verfügbar.
Genau dafür gibt es die vorbeugende Impfung. Mit einer tollwut impfung vor der Reise verschaffen Sie sich im Ernstfall wertvolle Zeit, und die Behandlung nach einem Tierkontakt wird erheblich einfacher. Sie ist vor allem für Langzeitreisende sinnvoll und für alle, die abseits größerer Städte unterwegs sind. Da das Impfschema mehrere Dosen umfasst, gehört auch diese Impfung auf die Liste der Dinge, die Sie früh klären sollten.
Welche Impfungen brauchen Sie wirklich?
Das hängt von Ihrer konkreten Reise ab: vom Reiseland und der Route, von der Reisedauer und von Ihrer persönlichen Gesundheit. Eine Pauschalliste aus dem Internet ersetzt deshalb keine individuelle Beratung. Bei einer reisemedizinischen Beratung wird geprüft, welche Impfungen für Ihre Reise empfohlen sind und welche Sie sich sparen können. Grundlage dafür sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).
In Nordrhein-Westfalen ist Vaxio eine praktische Anlaufstelle für eine solche Beratung. Das reisemedizinische Angebot umfasst Beratung und Impfungen an mehreren Standorten, unter anderem in Düsseldorf und Köln. Termine lassen sich online buchen, oft auch kurzfristig, und die persönliche Impfempfehlung erhalten Sie vorab digital. Auch der internationale Impfpass, den Sie für den Gelbfieber-Nachweis brauchen, wird dort ausgestellt.
Kosten: Rechnung aufheben und bei der Krankenkasse einreichen
Reiseimpfungen sind in Deutschland in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Viele Krankenkassen erstatten die Kosten jedoch ganz oder teilweise, abhängig von Kasse und Tarif. Lassen Sie sich deshalb eine spezifizierte Rechnung geben und reichen Sie diese bei Ihrer Kasse ein. Ein kurzer Anruf vor dem Impftermin klärt, was Ihre Versicherung übernimmt, und so wissen Sie schon vor der Buchung, mit welchen Kosten Sie selbst rechnen müssen.

